{"id":2062,"date":"2014-04-15T20:06:56","date_gmt":"2014-04-15T18:06:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schachclub-eppingen.de\/blog\/2014\/04\/15\/schachbundesligafinale-in-eppingen\/"},"modified":"2018-02-25T11:29:44","modified_gmt":"2018-02-25T10:29:44","slug":"schachbundesligafinale-in-eppingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schachclub-eppingen.de\/blog\/2014\/04\/15\/schachbundesligafinale-in-eppingen\/","title":{"rendered":"Schachbundesligafinale in Eppingen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Event der Superlative<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>Uneingeschr\u00c3\u00a4nktes Lob  f\u00c3\u00bcr die Stadt Eppingen und ihren Schachclub kam von den Aktiven, allen Betreuern, den Offiziellen und den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern der zentralen Endrunde in der Fachwerkstadt. Vier Tage lang dominierte der Schachsport die Medien. Am Montag war das Bundesligafinale sogar der Aufmacher auf dem Titelblatt einer hiesigen Tageszeitung. Ein solches \u00c3\u00b6ffentliches Interesse an einer Randsportart wie Schach gab es bisher h\u00c3\u00b6chst selten.<br \/>\nRund 18 Monate nahmen die Vorbereitungen f\u00c3\u00bcr die zentrale Bundesligaendrunde in Anspruch. Parallel zu den letzten drei Spielrunden der Saison 2013\/2014 stellten die Organisatoren des SCE ein Rahmenprogramm der Extraklasse auf die Beine, das f\u00c3\u00bcr jeden Geschmack etwas bot. Fast hundert Helfer waren \u00c3\u00bcber vier Tage f\u00c3\u00bcr das Gelingen der Veranstaltung  im Einsatz, aber es hat sich gelohnt: Pr\u00c3\u00a4zise wie eine tickende Schachuhr klappte die Organisation. Nur der angestrebte sportliche Erfolg blieb leider aus. Die Eppinger wollten ihre bisherige Bestmarke (Rang 3) toppen. Das gelang bedauerlicherweise nicht und so landete der SCE zum dritten Mal hintereinander auf dem undankbaren vierten Platz.<!--more--><\/p>\n<p>Schon der Auftaktabend am Donnerstag stellte ein Highlight dar. Er setzte sich aus drei Komponenten zusammen:  Einem Empfang der Stadt, dem \u00e2\u20ac\u017eBadischen Abend\u00e2\u20ac\u0153 des Badischen Schachverbands sowie einem kleinen Festakt 60 Jahre SC Eppingen. Mit dem \u00e2\u20ac\u017eBadner Lied\u00e2\u20ac\u0153 und der Begr\u00c3\u00bc\u00c3\u0178ung durch Oberb\u00c3\u00bcrgermeister Klaus Holaschke sowie SCE- Vereinschef Rudi Eyer begann ein abwechslungsreiches Programm, das gepr\u00c3\u00a4gt war von zahlreichen Gru\u00c3\u0178worten (z.B. DSB-Pr\u00c3\u00a4sident Herbert Bastian, BSV-Chef Dr. Uwe Pfenning, BSB-Pr\u00c3\u00a4sident Heinz Janalik) und noch mehr Musik: Die Internationale Schachmeisterin Isabelle Delamare bestach mit ihrer phantastischen Sopranstimme, am Klavier gekonnt begleitet von Lothar Arnold, einem der besten badischen Denksportler. SchachspielerInnen k\u00c3\u00b6nnen offenbar mehr als nur \u00e2\u20ac\u017eKl\u00c3\u00b6tzchen auf einem Brett herumschieben\u00e2\u20ac\u0153. Die \u00e2\u20ac\u017eKraichgau Singers\u00e2\u20ac\u0153 und das M\u00c3\u00a4nnerensemble \u00e2\u20ac\u017eOnly Men\u00e2\u20ac\u0153 unter der Leitung von Julia Brock peppten den R\u00c3\u00bcckblick auf sechs Jahrzehnte Schachclub auf. Das Programm schloss (sehr zur Freude der Organisatoren p\u00c3\u00bcnktlich auf die Minute) mit zwei au\u00c3\u0178ergew\u00c3\u00b6hnlichen Ehrungen: Zum ersten Mal in seiner Geschichte zeichnete der Badische Schachverband eine Kommune mit dem Titel \u00e2\u20ac\u017eSchachfreundliche Stadt\u00e2\u20ac\u0153 aus. Stolz nahm Stadtoberhaupt Klaus Holaschke die Urkunde von Dr. Uwe Pfenning entgegen. Die Freude des OB wurde komplettiert, als er von Vereins-Vize Wolfgang M\u00c3\u00bcller zum \u00e2\u20ac\u017eEhrenmitglied honoris causa\u00e2\u20ac\u0153 des Schachclubs ernannt wurde. Im Anschluss an das Programm genossen die G\u00c3\u00a4ste ein sehr gutes kalt-warmes Buffet mit \u00e2\u20ac\u017eBadischen Spezialit\u00c3\u00a4ten\u00e2\u20ac\u0153 aus der bekannten K\u00c3\u00bcche des Restaurants \u00e2\u20ac\u017eVilla Waldeck\u00e2\u20ac\u0153, dem Vereinslokal des Schachclubs. Den dazu passenden badischen Wein lieferte das Weingut Thomas Hockenberger aus Elsenz.<\/p>\n<p>Ab Freitag rauchten die K\u00c3\u00b6pfe in der \u00e2\u20ac\u017eHardwaldhalle\u00e2\u20ac\u0153 und in der \u00e2\u20ac\u017eStadthalle\u00e2\u20ac\u0153. Um 16 Uhr er\u00c3\u00b6ffneten Markus Sch\u00c3\u00a4fer, Pr\u00c3\u00a4sident des Schachbundesliga eV, und der Vorsitzende des deutschen Schachbunds, Herbert  Bastian, gemeinsam die drittletzte Runde der Saison 2013\/2014. Sch\u00c3\u00a4tzungsweise 400 Schachfans wollten die besten Schachspieler der Welt in Aktion sehen. Bedauerlicherweise musste der mit Marc Lang im Rahmenprogramm vorgesehene Weltrekordversuch im Blind-Simultan-Schnellschach an 14 Brettern entfallen. Am Dienstagabend hatte er wegen einer schweren Erkrankung seinen Auftritt abgesagt. Aber dass die Schachclubfunktion\u00c3\u00a4re auch improvisieren k\u00c3\u00b6nnen, bewiesen sie mit der kurzfristigen Verpflichtung der deutschen Schachlegende Dr. Robert H\u00c3\u00bcbner. Der K\u00c3\u00b6lner Schachgro\u00c3\u0178meister gab an zw\u00c3\u00b6lf Brettern gegen ausnahmslos j\u00c3\u00bcngere Gegner ein Uhrensimultan, wobei er standesgem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178 alle Partien gewann. Obwohl er bisweilen als etwas unnahbar gilt, erwies er sich als \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erst aufgeschlossen und analysierte ausgiebig seine Partie mit jenem Gegner, der ihm am l\u00c3\u00a4ngsten Paroli bot. Am Abend wurde bekannt, dass Hockenheim am Samstag mit dem Ex-Weltmeister Anatoli Karpow antreten w\u00c3\u00bcrde. Diese Information kam so rechtzeitig, dass sie noch \u00c3\u00bcber die Medien verbreitet werden konnte.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eKarpov kommt\u00e2\u20ac\u0153 titelte am n\u00c3\u00a4chsten Tag die \u00e2\u20ac\u017eKraichgaustimme\u00e2\u20ac\u0153. Durch sein Auftreten lockte der zweimalige Schachweltmeister (1975-1985 und 1993-1999) am Samstag zahlreiche Besucher (gesch\u00c3\u00a4tzt etwa 650 Schachfreunde) an und \u00e2\u20ac\u017eadelte\u00e2\u20ac\u0153 dadurch die zentrale Endrunde. Zumindest f\u00c3\u00bcr \u00c3\u00a4hnliches Aufsehen sorgte die aktuelle Nummer 2 der Weltrangliste, Levon Aronjan. Den armenischen Gro\u00c3\u0178meister (aktuelle ELO 2812) bot die OSG Baden-Baden zum ersten Mal auf. Offenbar wollte der amtieren Deutsche Meister auch in den drei Schlussrunden seine bis dahin bl\u00c3\u00bctenwei\u00c3\u0178e Weste behalten. Der SCE bot in seinem Rahmenprogramm am Samstagvormittag ein offenes Blitzturnier an, das 50 TeilnehmerInnen anlockte. Hier dominierte der ungarische GM Zoltan Gyimesi, der vor zwei Jahren seine aktive Schachlaufbahn beim SC Eppingen beendet hatte. Die Gastgeber hatten ihren langj\u00c3\u00a4hrigen Spieler zur Pflege des Kontakts, aber auch zur Unterst\u00c3\u00bctzung des Live-Kommentators Klaus Bischoff zum Bundesligafinale eingeladen.  Auf den n\u00c3\u00a4chsten Pl\u00c3\u00a4tzen landeten die Spieler Pr\u00c3\u00a4uning (Bebenhausen), IM Panzalovic (Bad Mergentheim) und Chris Noe (Eppingen). Auch in der Selma-Rosenfeld-Realschule wurde ein Schachturnier f\u00c3\u00bcr Nachwuchsspieler und Schachneulinge ausgetragen, die noch keine DWZ haben und die an den Schachsport herangef\u00c3\u00bchrt werden sollen. Hier siegte Lara Eyer (Eppingen), die alle Partien gewann, vor den punktgleichen Verfolgern Konstantin Grandl, Jonah Klaiber und Jonas Ebert. Als eine Supersache erwies sich am Samstag die erstmalig eingeplante Autogrammstunde vor Spielbeginn. Vereinschef Rudi Eyer war auf diese Idee gekommen und hatte sie im Januar bei der Tagung der Bundesligavereine in Kassel unterbreitet. Aber nur die Aktiven aus Baden-Baden und das Team der Gastgeber waren dazu bereit, weil diese Aktion direkt vor Rundenbeginn die Spieler in ihrer Konzentration st\u00c3\u00b6ren k\u00c3\u00b6nnte. P\u00c3\u00bcnktlich um 13.30 Uhr best\u00c3\u00bcrmten Dutzende Schachfans die an ihren Brettern wartenden Cracks, darunter 30 Kinder des F\u00c3\u00b6rderst\u00c3\u00bctzpunkts Stuttgart und 10 des gemeinsamen Talentst\u00c3\u00bctzpunkts Eppingen-Schwaigern. Der Stuttgarter St\u00c3\u00bctzpunktleiter Dr. Konrad M\u00c3\u00bcller und seine Helfer nutzten den Event dazu, f\u00c3\u00bcr ihre Talente in der benachbarten Realschule ein ganzt\u00c3\u00a4giges Training zu veranstalten. Zur Autogrammstunde wurde es nat\u00c3\u00bcrlich unterbrochen. Die Schachkinder aus Eppingen und Schwaigern wollten nur etwas Bundesligaluft schnuppern. Die \u00c3\u00bcberwiegend  jugendlichen Schachfans besorgten sich \u00e2\u20ac\u017eihre\u00e2\u20ac\u0153 Autogramme auf die unterschiedlichsten Arten. Manche streckten den Spielern ihre  Programmhefte entgegen, worin alle Spielerportraits der beiden Mannschaften enthalten waren. Andere hatten ein Schachbrett dabei und wiesen \u00e2\u20ac\u017eihre Stars\u00e2\u20ac\u0153 genau an, auf welchem Feld sie deren Unterschrift gerne verewigt h\u00c3\u00a4tten. Trotz dieses kurzen Trubels wurden p\u00c3\u00bcnktlich um 14 Uhr an allen Brettern die Schachuhren in Gang gesetzt. Parallel zu den K\u00c3\u00a4mpfen f\u00c3\u00bchrten das Deutsche und das Badische Schachpr\u00c3\u00a4sidium eine gemeinsame Vorstandsitzung durch, die von der Nachricht \u00c3\u00bcberschattet wurde, dass der SV Wattenscheid nach dieser Runde seine 1. Mannschaft aus der Bundesliga zur\u00c3\u00bcckzieht. Damit wurde der Abstiegskampf noch spannender, denn nun reicht sogar der viertletzte Platz zum Verbleib in der Liga. Die Mit-Mach-Programme der Deutschen und der Badischen Schachjugend wurden am Samstag durch die k\u00c3\u00bchle Witterung etwas beeintr\u00c3\u00a4chtigt, aber am Sonntag strahlte die Sonne \u00c3\u00bcber Eppingen und sorgte so f\u00c3\u00bcr viel Betrieb an den diversen St\u00c3\u00a4nden.<\/p>\n<p>Am Sonntag kam der Schirmherr der Veranstaltung, Innenminister und MdL Reinhold Gall, zur Er\u00c3\u00b6ffnung der Schlussrunde. Nach seinem kurzen Gru\u00c3\u0178wort gaben die 4 Schiedsrichter die Partien frei. Anschlie\u00c3\u0178end inspizierte der Politiker bei einem ausgiebigen Rundgang alle Aktivit\u00c3\u00a4ten, wobei er sich als Hobby-Schachspieler zu erkennen gab. Anatoli Karpow sorgte am Sonntag f\u00c3\u00bcr eine weitere \u00c3\u0153berraschung. Bei seinen bisherigen Eins\u00c3\u00a4tzen f\u00c3\u00bcr Hockenheim  spielte der Ex-Weltmeister und jetzige Duma-Abgeordnete immer mit den wei\u00c3\u0178en Steinen. In dem Match gegen Eppingen w\u00c3\u00bcrde er schwarz haben, wenn er wieder am Spitzenbrett aufgeboten wird. Kaum jemand rechnete deshalb damit, dass er gegen die Gastgeber spielt. Fast alle Experten (ausgenommen der Autor dieser Zeilen) irrten, Karpow trat an \u00e2\u20ac\u201c und wie! Sein Mitwirken im Lokalderby gegen Eppingen belegt, wie sehr die Rennst\u00c3\u00a4dter auf eine Top-Platzierung aus waren. Und sein Einsatz sollte sich durch einen Erfolg \u00c3\u00bcber Maxim Rodshtein lohnen. \u00e2\u20ac\u017eGelohnt\u00e2\u20ac\u0153 hat sich auch die Siegerehrung, die in Eppingen erstmals auf dem Programm stand. Wenn auch nicht mehr alle Spieler der drei bestplatzierten Teams anwesend sein konnten, so stellte diese kleine Zeremonie einen w\u00c3\u00bcrdigen Abschluss der Veranstaltung dar. Zun\u00c3\u00a4chst \u00c3\u00bcbergab Bundesligapr\u00c3\u00a4sident Markus Sch\u00c3\u00a4fer &#8211; stellvertretend f\u00c3\u00bcr die vielen Helfer \u00e2\u20ac\u201c an Vereinschef Eyer eine Medaille f\u00c3\u00bcr besondere Verdienste des SCE. Anschlie\u00c3\u0178end f\u00c3\u00bchrte der Solinger gemeinsam mit OB Holaschke die Siegerehrung durch. Die OSG Baden-Baden dominierte die Saison und verteidigte verlustpunktfrei ihren Titel als Deutscher Mannschaftsmeister. Dank eines furiosen Schlussspurts sicherte sich &#8211; wie im Vorjahr &#8211; die SG M\u00c3\u00bclheim-Nord Silber. Durch den Erfolg \u00c3\u00bcber Eppingen in der Schlussrunde landete der SV Hockenheim noch auf Rang 3 \u00e2\u20ac\u201c der bisher gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178te Erfolg der Kurpf\u00c3\u00a4lzer. Eppingen rutschte \u00e2\u20ac\u201c wie in den beiden zur\u00c3\u00bcckliegenden Spieljahren &#8211; auf den undankbaren 4. Platz ab. Kein Grund zur Tristesse, denn das gesteckte Saisonziel (Platz 1 bis 5) wurde erreicht. Absteigen m\u00c3\u00bcssen der SV Griesheim, der SK K\u00c3\u00b6nig Tegel und der SC Viernheim.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Event der Superlative Uneingeschr\u00c3\u00a4nktes Lob f\u00c3\u00bcr die Stadt Eppingen und ihren Schachclub kam von den Aktiven, allen Betreuern, den Offiziellen und den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern der zentralen Endrunde in der Fachwerkstadt. 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