Jubelstimmung und Sorgenfalten halten sich die Waage
Wenn man nur den Raketenstart des Spitzenteams im Auge hat, könnte die Welt beim SC Eppingen komplett in Ordnung sein. Drei Siege in Folge in der 2. Bundesliga sind ein gutes Polster für das eher bescheidene Saisonziel Klassenerhalt. Der Kernkader von 12 Spielern wird den Rest wohl souverän schaffen! Mehr ist für das junge Team angesichts der hochgerüsteten Konkurrenz (Deizisau, Emmendingen, Viernheim), gegen die man sämtlich noch spielen muss, wohl nicht drin!

Aber die Teams des Mittelbaus in den Verbandsklassen tun sich von Jahr zu Jahr schwerer. Abgänge wie in den beiden letzten Jahren von Torsten Schulte und Tobias Wenner konnten nicht gleichwertig ersetzt werden. So kämpfen die Teams 2 bis 4 in der Verbandsliga, Landesliga und insbesondere in der Bereichsliga derzeit tapfer um das „Überleben“. Fast jedes Spiel in den Runden 5 bis 9 wird ein Schlüsselspiel um den Klassenerhalt werden. In Team 4 tummeln sich derzeit an den hinteren Brettern die „Oldies“ aus Team 5, die es ursprünglich lieber gemütlicher haben wollten. Gleichwohl schlägt sich die Gruppe „70 plus“ bravourös. Aber eine Dauerlösung ist das eben nicht.

Auf Bezirksebene (Kreisklassen B und D) sind in den Teams 5 und 6 die Hobbyspieler aktiv und da ist von Abstiegsangst wenig zu spüren. Im Gegenteil: fast regelmäßig verzichtet Team 5 auf das Aufstiegsrecht, weil es ab der Kreisklasse A schon heftig zur Sache geht und man sich diesen Stress nicht antun will. Team 6 ist das Refugium der Schachjugend, die hier Erfahrung sammeln will, um später mal aufzusteigen. Da Schach für die meisten von ihnen nur eines unter verschiedenen Hobbies ist, sind Leistungsexplosionen in absehbarer Zeit kaum zu erwarten. Vielleicht sorgt aber der neue Bezirksmeister U10 Danil Shapiro (8 Jahre alt) nächstens für etwas Schwung.

Die Jugend befindet sich derzeit in einer Umbruchsituation. Die letzte Generation, die – angeführt von Christopher Noe – erfolgreich durch die Altersklassen marschierte, ist jetzt in die Jahre gekommen und kämpft Ende 2016 im Münsterland bei der deutschen MM U20 ihr „letztes Gefecht“. Denkbar, dass das Team dort auf dem „Treppchen“ landet. Schließlich steht man in der Startrangliste auf Platz 1 unter 16 Mannschaften. Aber danach geht es wieder in die „Niederungen“ der BW-Liga und da wird es für die Resttruppe, angeführt von Annmarie Mütsch, Nicolai Bay und Tobias Hermann schwer genug werden, die höchste Jugendklasse in Baden-Württemberg zu halten. Bis der rührige Jugendtrainer Markus Beer- derzeit belastet durch Studium und Familie – ein vergleichbares neues Team aufbaut haben wird, kann es wohl noch geraume Zeit dauern.

Während Spieler aus der Jugend herauswachsen, wachsen sie bei den Senioren hinein. So werden mindestens drei Neue in der Saison 2017-18 die Gruppe „60 plus“ verstärken und damit ein zweites Viererteam möglich machen.

Halbzeit beim SC Eppingen

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