Mit dem Doppelschlag im „Revier“ nun schon der neunte Sieg in der laufenden Saison
Runde für Runde stellt der SC Eppingen bei seinem geradezu unheimlich wirkenden Siegeslauf neue Bestmarken auf. Nun gab es schon den neunten Sieg in der Saison 2008/09 und in der Tabelle haben die Fachwerkstädter sich vier Runden vor dem Ende auf dem komfortablen zweiten Platz niedergelassen und sind ein ernsthafter Kandidat für das „Treppchen“.
Dabei hatte es im Vorfeld dieses Wochenendes gar nicht so gut ausgesehen: Europameister Sergei Tiviakov und Ferenc Berkes – die Wertungsbesten im Eppinger Aufgebot – erteilten Teamchef Hans Dekan eine Absage für den Auftritt der Kraichgauer im „Kohlenpott“ wegen der Turniere in Moskau und Gibraltar. Trotzdem reiste man mit acht Großmeistern und einem gehörigen Schuss Optimismus in Mülheim an der Ruhr an. Schließlich war bekannt, dass auch die Gegner auf einige Leistungsträger verzichten mussten.
Der erste Gegner am Samstag waren die Reisepartner der Mülheimer, die SF Katernberg. Die Essener Vorstädter gerieten schnell in einen 0,5:3,5-Rückstand. Nach zwei weiteren Remisen waren die Mannschaftspunkte für die Eppinger in „trockenen Tüchern“. Die Niederlagen von Csaba Balogh und Peter Acs waren jedoch nicht eingeplant und störten die Optik. Schließlich war man gegen nicht besonders gut aufgestellte Essener 4,86:3,14-Favorit gewesen. Da ist ein 4,5:3,5-Sieg eine eher bescheidene Ausbeute. Die Einzelergebnisse (Eppingen zuerst genannt): GM Braun – GM Chuchelov remis, GM Balogh – IM Firman 0:1, GM Gyimesi – GM Glek 1:0, GM Bindrich – IM Seel remis, GM Ruck – GM Siebrecht 1:0, GM Acs – IM Souleidis 0:1, GM Medvegy – IM Thesing 1:0, GM Guliyev – IM Dr. Scholz remis; Eppingen gegen Katernberg 4,5:3,5.
Parallel nahmen die leicht geschwächten Mülheimer Gastgeber dem Tabellenführer und hohen Meisterschaftsfavoriten OSG Baden-Baden mit einem 4:4 den ersten Punkt ab. Da meist am Sonntagmorgen unveränderte Mannschaften am Brett sitzen – in Mülheim war das jedenfalls so – konnten sich die Eppinger schon mal auf das zweite Spiel und ihre Gegner einstellen. Hans Dekans Devise war: an den Spitzenbrettern gegen die dort starken Mülheimer sichern und im hinteren Bereich, wo die Mülheimer mit dem Trio Hausrath – Saltaev und Schebler etwas schwächer aufgestellt waren, die Chancen suchen. Seine Mannschaft setzte das Konzept voll um. Nach hartem Kampf konnten Robert Ruck und Namig Guliyev die entscheidenden Punkte setzen. Die Prognose (4,03:3,97 für Mülheim) hatte eher ein 4:4 erwartet. Die Einzelergebnisse (Eppingen zuerst genannt): GM Braun – GM Landa remis, GM Balogh – GM Fridman remis, GM Gyimesi – GM Potkin remis, GM Bindrich – GM Levin remis, GM Ruck – GM Berelovich 1:0, GM Acs – IM Hausrath remis, GM Medvegy – GM Saltaev remis, GM Guliyev – GM Schebler 1:0; Eppingen – Mülheim 5:3!
Der Held des Wochenendes aus Eppinger Sicht war der erstmals eingesetzte GM Robert Ruck. Der 31-jährige Ungar, Mitglied des ungarischen Silberteams bei der Olympiade 2002 „kam, sah und siegte“ – und das gleich zweimal! Hans Dekan war begeistert.
Die OSG Baden-Baden machte parallel mit den SF Katernberg kurzen Prozess. 6,5:1,5 lautete das Endergebnis für die Badestädter auf dem Wege zum vierten Titel in Folge. Dahinter ist großes Gedränge. Eppingen ist nun Zweiter, aber dicht gefolgt von Bremen und Solingen, gegen die der SCE noch spielen muss. Entschieden ist nichts, aber in der Fachwerkstadt freut man sich ganz einfach, dass man beim Konzert der Großen dabei ist.
Dem nächsten Bundesligawochenende am 28.02.-01.03.2009 in der Eppinger Hardwaldhalle verleiht das besonderen Glanz. Bereits am Samstag trifft der SC Eppingen dann auf seinen unmittelbaren Verfolger SV Werder Bremen. Am Sonntag steht das Duell Baden-Baden gegen Bremen im Mittelpunkt des Interesses. Die weitere Mannschaft in der Hardwaldhalle ist der Aufsteiger SK Turm Emsdetten, dem man gegen die beiden badischen Teams nur wenige Chancen einräumt. Aber die Eppinger sollten sich gegen das unberechenbare Team aus dem Münsterland vorsehen. Einen Ausrutscher kann sich die Dekan-Truppe angesichts der knappen Verhältnisse nicht erlauben.


Gratulation zu dieser Riesenserie, liebe Eppinger Schachfreunde!
Jetzt wünscht man sich natürlich als baden-württembergischer Schachfan, dass dieser Erfolg zementiert wird. In diesem Sinne würde ich mir für die verbleibenden Runden die bestmögliche Aufstellung erhoffen – viel Erfolg!