Der Schritt an die Öffentlichkeit fiel den Vereinsoberen nicht leicht, war aber aus heutiger Sicht der einzig richtige! Auf der einen Seite 12 000 Euro Unterdeckung des Etats und die Vereinsrücklagen aufgezehrt, nachdem die Spenden aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation nicht mehr so reichlich flossen. Auf der anderen Seite hat sich der Verein aus der kleinsten Bundesligastadt mittlerweile in der stärksten Schachliga der Welt etabliert und ist damit zu einem Werbeträger der gesamten Region geworden. Die Verantwortlichen waren sich einig, das Erreichte wenn irgend möglich zu erhalten. Allerdings nicht um den Preis, dass sich der SCE in unübersehbare finanzielle Abenteuer stürzt. Sie starteten zunächst einen vereinsinternen Spendenaufruf, informierten die Aktiven des Bundesligateams über die brisante Situation und wandten sich in einem Pressegespräch an die Bevölkerung mit der Bitte um Unterstützung.
Mittlerweile kamen rund 14 000 Euro zusammen – gespendet von SCE-Mitgliedern, dem Verein nahe stehenden Personen, aber auch von einigen Firmen. So konnte Vereinschef Rudolf Eyer am Stichtag 1.5.2010 dem zuständigen Turnierleiter Jürgen Kohlstädt mitteilen, dass der SC Eppingen auch in der kommenden Saison von seinem Spielrecht Gebrauch machen wird.
Die Gefahr für das Team aus der Fachwerkstadt, erneut in eine solche Situation zu geraten, ist relativ gering: Auch die Bundesligaspieler – und darüber haben sich die Verantwortlichen besonders gefreut – wollen einen Beitrag zur Konsolidierung der Finanzen leisten. Sie haben signalisiert, dass sie mit Kürzungen der ohnehin bescheidenen Honorare einverstanden sind. Damit wird der Etat in der kommenden Saison spürbar entlastet. Dieser freiwillige Verzicht beweist eindrucksvoll, dass die Personalpolitik des Vereins in den letzten Jahren richtig war. Der SCE verpflichtete keine „Wandervögel“, sondern nur solche SpielerInnen, die zu dem Verein passen und sich mit ihm identifizieren.
Wenn die neueste Werbeidee des SCE so einschlägt, wie die Verantwortlichen erwarten, dann gehören die finanziellen Sorgen bald gänzlich der Vergangenheit an. Die Rede ist von dem „Virtuellen Schachbrett“: Ein Schachbrett besteht bekanntlich aus 64 Feldern. Jedes einzelne Feld kann für die Dauer eines Jahres gemietet werden. In dieses Feld (es können natürlich auch mehrere geordert werden) wird dann das Firmenlogo des Werbepartners eingearbeitet. Vergleichbar mit der elektronisch gesteuerten Bandenwerbung in Fußballstadien, wird die Werbeplattform bei allen Heimspielen unserer 1. und 2. Mannschaft (Erste Bundesliga bzw. Oberliga Baden) zum Einsatz kommen. Auch beim jährlich ausgetragenen „Jugendopen“ sowie allen größeren vereinsinternen Anlässen wird die moderne elektronische Werbung aufgestellt werden. Das „Virtuelle Schachbrett“ ist nicht nur eine ideale Werbemöglichkeit für Geschäftsleute und Firmen aus unserer Region, sondern auch eine äußerst kostengünstige Variante, den Verein mit einem kleineren Betrag zu unterstützen. Weitere Informationen zu dieser Werbeidee können bei der Vorstandschaft des SCE erfragt werden.
Der Schachclub Eppingen bedankt sich für die vielfältigen Zeichen der Solidarität, die er in einer sehr ernsten Situation erfahren durfte. Die Verantwortlichen des Vereins werten die Unterstützung zugleich als Auftrag, ihre Arbeit fortzuführen und weiterhin Spitzenschach in der Fachwerkstadt und in unserer Region zu bieten.
Rudolf Eyer
1. Vorsitzender

