Zum Bundesligastart in Mülheim/Ruhr eine Neuerung mit Zukunftschancen
Schon lange waren zentrale Runden im Spielbetrieb bei den Sitzungen der Bundesligavereine ein Thema. Aber immer wieder scheiterten Vorschläge an den Eigeninteressen der Vereine. Nun ist man doch überein gekommen, einen Versuch zu wagen – beim Start, nicht am Saisonende! Die Runde der Reisepartner und eine der sieben Doppelrunden werden in Mülheim/Ruhr vorgeschaltet. Danach geht es wie gewohnt weiter.
Am Wochenende 14.-16.10.2011 ist es soweit. Alle 16 Mannschaften der Königsklasse geben ihre Visitenkarte in der RWE-Sporthalle in Mülheim an der Ruhr ab. An 64 Brettern werden drei Tage lang 128 Schachspieler der Extraklasse um die Punkte kämpfen, am Freitag ab 16:00 Uhr, am Samstag ab 14:00 Uhr und am Sonntag ab 10:00 Uhr. Dass es immer dieselben Spieler sein werden, darf bezweifelt werden, denn das wäre Stress pur. So werden die meisten Vereine einen oder mehrere Auswechselspieler mitbringen. Das macht es erheblich schwerer, das Gegnerteam auszurechnen. Da gleich drei Runden gespielt werden – also 20% der Gesamtsaison – werden sich die Vereine sicher bemühen, gute Aufstellungen zu präsentieren, denn einen Fehlstart können sich weder die Spitzenmannschaften, noch die Abstiegskandidaten leisten. Am Wochenende werden die Karten aufgedeckt werden. Dann wird man sehen, ob die teilweise spektakulären „Einkäufe“ der Klubs tatsächlich an den Brettern sitzen werden oder nur für die wichtigsten Spiele „gebunkert“ werden.
Am Freitag treffen zunächst die Reisepartner aufeinander. So werden die Eppinger sich mit der SVG Hockenheim im „Ruhrpott“ auseinander setzen müssen. Das wird eine hochinteressante Begegnung werden. Hier der etablierte SCE, Dritter des Vorjahres und Vierter der Startrangliste, dort der Aufsteiger aus der Rennstadt, der mit vielen Verstärkungen auf Platz 8 der Startrangliste gesprungen ist. Gegner und Zuschauer sind gespannt, ob bei Eppingen die Neuzugänge Harikrishna und Bologan zu sehen sein werden und in welchem Umfang sich Hockenheim aus dem Pool seiner sechs Neuzugänge bedient. Und was machen die ganz Großen (Baden-Baden und Bremen)? Erst am 11.10.2011 endet in Bilbao das „Chess Masters Final 2011“ mit Anand, Carlsen, Aronian, Ivanchuk, Nakamura und Vallejo Pons, also mit fünf Spielern, die für die 1. Bundesliga gemeldet sind und die nach 10 ermüdenden Runden wohl noch Erholungsbedarf haben. Baden-Baden trifft am Samstag auf Gastgeber Mülheim, den Dritten der Startrangliste und da wäre einer ihrer drei Bilbao-Kämpfer sicher hochwillkommen.
Der SC Eppingen hat auch in den Runden 2 und 3 ein schweres Programm. Am Samstag geht es gegen die SG Solingen, die im Vorjahr Platz 4 belegte und heuer auf Platz 5 prognostiziert ist. Die Klingenstädter mit ihren vielen niederländischen Auswahlspielern waren zuletzt so etwas wie ein Angstgegner der Eppinger. Am Sonntag ist der SC Remagen der Konkurrent, die Nummer 6 der Startrangliste. Die Rheinländer, an die die Eppinger meist gute Erinnerungen haben, sind wohl etwas überbewertet und haben in den Vorjahren immer schlechter als die Prognose abgeschnitten, nicht zuletzt, weil sich der ukrainische Superstar Ivanchuk rar macht. Zu beachten ist das Team aus dem Rheinland aber allemal!
Die Begegnungen können zweidimensional und LIVE im Internet an allen drei Spieltagen auf der Homepage des SC Eppingen verfolgt werden: www.schachclub-eppingen.de, am Freitag ab 16 Uhr, am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr!

