Rein rechnerisch ist der SC Eppingen gut aufgestellt
Der 01.08. war der Stichtag für die Abgabe der Ranglisten der obersten drei Spielklassen. Aber wie überall gab es Nachzügler, so dass der Berichterstatter erst am Abend des 02.08. (2. Liga und Oberliga) bzw. des 04.08. (Bundesliga) über die notwendigen Informationen verfügte.
In der Bundesliga haben die 16 Vereine mächtig aufgerüstet. Von den 275 gemeldeten Spielern sind 159 Großmeister, 61 internationale Meister und 21 FIDE – Meister. Der Anteil der deutschen Spieler (131) ist zum ersten Mal geringer als der der Spieler aus anderen Föderationen (144). Die Niederlande (18), Ungarn und Ukraine (je 14) und Polen (13) stellen die größten nichtdeutschen Kontingente. Die durchschnittliche Spielstärke der Nummern 1 bis 10 der Ranglisten –das sind die Spieler, aus denen die Teams in der Regel formiert werden – ist von ELO 2.556 auf ELO 2.582 angewachsen.
Die OSG Baden-Baden (ELO –Schnitt 2733) hat beste Chancen auf den siebten Titel in Folge. Dass Vizemeister SV Werder Bremen (2684), der SV Mülheim-Nord (2635), der SC Eppingen (2628) oder die SGA Solingen (2605) den Badestädtern „in die Suppe spucken“ können, ist zweifelhaft. Es sieht stark danach aus, als ob die „Großen Fünf“, zu denen die Fachwerkstädter in der Zwischenzeit gehören, die Medaillen unter wieder sich aufteilen würden.
In Eppingen hat man interessiert zur Kenntnis genommen, dass der neue Reisepartner SV Hockenheim (mit einem ELO -Schnitt von 2.574 die Nummer 7 der Prognose) seine Aufsteigermannschaft nachhaltig verstärkt hat und mit 8 respektablen Großmeistern, 5 internationalen Meistern und einem FIDE –Meister gut aufgestellt ist. Ob bei den Rennstädtern die Mehrzahl der sechs Neuzugänge nur eine Drohkulisse darstellt, eine Reservearmee für „schlechte Zeiten“ bildet oder tatsächlich die Spieler des recht homogenen Aufsteigerteams verdrängen soll, wird sich wohl erst im Verlauf der Saison herausstellen. Eine interessante Mannschaft ist die Spielvereinigung Hockenheim, die vielleicht auch mal mit Exweltmeister Anatoli Karpov an der Spitze antritt, auch für das Eppinger Publikum allemal!
Die Eppinger haben in der letzten Spielzeit von der Reisepartnerschaft mit der OSG Baden-Baden profitiert. Die Gegnerteams an den Doppelspieltagen rechnen sich oft gegen die Giganten von der Oos nichts aus, sind nicht bestens aufgestellt und das Vorhalten von Ersatzspielern für die Begegnung gegen das schwächer eingeschätzte Team hat Seltenheitswert. So wird die Serie von 11 SCE -Siegen in Folge heuer wohl kaum wiederholt werden können. Aber man hat sich in der Fachwerkstadt gegen die erschwerten Bedingungen gewappnet, durch die Verpflichtung des Inders Harikrishna und des Moldawiers Bologan mit zwei Spielern der erweiterten Weltklasse im vorderen Brettbereich weitere Stabilität gewonnen und auch die Gefahr verringert, bei Terminüberschneidungen der Bundesliga mit der ungarischen Liga in arge personelle Engpässe zu geraten.
Der SCE kann in dieser Saison seinen Fans nur ein Heimwochenende in der Hardwaldhalle anbieten. Am 17.-18.03.2012 geben der etablierte SV Wattenscheid (ELO –Schnitt 2.572) und Aufsteiger SC Hansa Dortmund (2.556) ihre Visitenkarte in Eppingen ab, zwei starke Mannschaften, in deren Ranglisten es von Großmeistern geradezu wimmelt. Wem das noch nicht reicht, kann das Eppinger Team beim Reisepartner in Hockenheim besuchen: am 19.-20.11. 2011 gegen Katerberg und Mülheim/Ruhr und am 25.-26.02.2012 gegen Hamburg und Berlin, oder beim Saisonfinale in Baden-Baden am 14.-15.04.2012 gegen Baden-Baden und Trier dabei sein.
Die SCE -„Zweite“ in der Oberliga Baden stellt sich auf eine weitere Spielzeit ein, die dem Kampf um den Klassenerhalt gewidmet ist. Die ELO -Prognose sieht die Eppinger zwar mit einem Schnitt von 2.285 an den Brettern 1 bis 10 auf dem relativ sicheren Platz 5, aber dabei ist der Einsatz von GM Braun, IM Dr. Mann und GM Vogt aus dem Kader der „Ersten“ einkalkuliert. In den vergangenen Spielzeiten wurden Mann und Vogt zwar stets gemeldet, aber nicht aufgestellt. Natürlich behält man sich bei der SCE – Spielleitung den Einsatz der Asse für alle Fälle vor. Vielleicht setzt man aber auch darauf, dass das homogene Team wieder einmal das Klassenziel ohne „Blutzufuhr“ schafft. Man wird sehen!
In dieser Klasse gilt Aufsteiger Bad Mergentheim als Favorit vor Karlsruhe und Heidelberg-Kirchheim. Die weiteren Aufsteiger Oberwinden, Kuppenheim und Ettlingen sind im Visier des Teams um Thomas Welz. Auch Dreisamtal und Waldshut-Tiengen liegen in Reichweite der Fachwerkstädter. Los geht es am 02.10.2011 gegen die SG Heidelberg-Kirchheim. Das ist gleich ein echter Härtetest!

